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25. Januar 2010
Mzia Jajanidze spielte in der Spandauer Zitadelle und begeisterte mit ihrem Berliner Debüt

SPANDAU Mit hoher Musikalität, Konzentration und Temperament schlug die junge Georgierin Mzia Jajanidze das Publikum in ihren Bann. Sie spielte Sonnabend in der Reihe „Klassik in Spandau“. Dabei legte sie, den äußeren Temperaturen entsprechend, einen regelrechten Kaltstart hin: Krankheitsbedingt konnte das Streichquartett als Vorgruppe nicht spielen.

Der Abend im Gotischen Saal der Zitadelle war ein sogenanntes „Berliner Debüt“: Für die Pianistin Mzia Jajanidze bedeutete das einen gelungenen Auftakt zu einer sicherlich großen Karriere. Die 28-jährige Musikerin begann mit Werken von Joseph Haydn, Claude Débussy, und, Frédéric Chopin. Schon in der Sonate D-Dur aus Haydns Frühwerk überzeugte Mzia Jajanidze mit ihrem engagierten und virtuosen Spiel. Die vielfach ausgezeichnete Pianistin, zuletzt gewann sie den ersten Preis des C.-Bechstein-Hochschulwettbewerbs für Klavier Baden-Württemberg, musizierte mit höchster Konzentration, die sich auf ein nahezu atemlos lauschendes Publikum übertrug. Fontänenartig, sich langsam steigernd zu größerer Dramatik interpretierte sie Débussys Bergamasque-Suite mit dem zauberhaften Clair de lune.

Chopins Polonaise-Fantaisie As-Dur zählt zu seinen originellsten Werken. Mzia Jajanidze spielte die Polonaise dramatisch getragen und mit zuweilen grollenden Passagen, die von einer freundlichen Melodie aufgefangen wurden. Ihrem geradezu liebevollen Anschlag blieb sie auch bei temperamentvollen und dramatischen Phasen treu.

Die Georgierin lebt und studiert in Freiburg, bereitet sich dort auf ihr Diplom als Solistin vor. „Junge Musiker in der ganzen Welt möchten in dem Land studieren, in dem Bach und Beethoven lebten. Es ist ein Traum, in Deutschland zu arbeiten“, sagte sie bescheiden nach dem Konzert. In ihrer Heimatstadt Kutaisi wirkte sie bereits als Korrepetitorin am Opernhaus. Das möchte sie nach ihrem Examen in Deutschland fortsetzen und eine Karriere als Solistin starten.

Nach der Pause bot Mzia Jajanidze „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski dar, das die ganze Variationsbreite der Künstlerin erforderte. Die Intensität und die bei jedem Ton spürbare Liebe zur Musik, mit der Mzia Jajanidze spielte, übertrugen sich auf das Publikum: Es bedankte sich für den grandiosen Konzertabend mit langem, begeisterten Beifall und Jubel im gut gefüllten Gotischen Saal.
Text: JUDITH MEISNER
Märkische Allgemeine, Der Havelländer, 25. Januar 2010